Aktuell

  • Fröhliche Schatzsucherstimmung beim Eröffnungsfest des neuen Grand-Canyon-Spielplatzes an der Frobenstraße

    Riesen Andrang und beste Laune: Am 27. April feierten Kleine und Große auf dem neu gestalteten Grand-Canyon-Spielplatz an der Frobenstraße ein fröhlich-sonniges Eröffnungsfest – mitsamt Schatzsuche, Hindernisparcours und Grußworten von drei Stadträt/innen. mehr
  • Einladung zum 8. Unternehmer/innentreff am 4. Juni 2012 im Eis-Café Vannini

    Herzlich willkommen an alle Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Gebiet um die Potsdamer Straße: Anfang Juni geht es im Eis-Café Vannini um Finanzierungsmöglichkeiten über ein Mikrofinanzinstitut und die Idee von Bürgschaftskooperativen für Unternehmen. mehr
  • Fragt die Polizei – am Montag, 4. Juni im Fresh 30

    Ihr seid Jungs zwischen 9 und 16 Jahren und habt Fragen, Sorgen oder Kummer rund ums Thema „Polizei“? Am Montag, dem 4. Juni, sind abends schon zum zweiten Mal zwei Polizisten im Fresh 30 zu Besuch, kommt einfach vorbei und redet mit ihnen. mehr

Aktuelle Veranstaltungen

19. Mai 2012, 10:00 Uhr

V.I.P. Jugendmesse in der PUMPE an der Lützowstraße

20. Mai 2012, 10:00 Uhr

Jahresfest zur Öffnung des Tempelhofer Parks - Informationsveranstaltung zur Weiterentwicklung der Tempelhofer Freiheit

21. Mai 2012, 09:00 Uhr

Diskussionsveranstaltung WOHNEN IN BERLIN

Aktuelles aus dem Quartier - Der Quartiersrat informiert: Ausgelesen? Gegen die drohende Schließung der Gertrud-Kolmar-Bibliothek formiert sich Widerstand

Für Kitas und Grundschulen und die Kinder ist das nahe Bibliotheksangebot ein Segen.
Das Credo auf dem Sonderpräventionsrat war eindeutig für den Erhalt der Bibliothek im Kiez.

Sie ist eine der wichtigsten Bildungseinrichtungen im Schöneberger Norden: Die Gertrud-Kolmar-Bibliothek in der Pallasstraße. Mit Unterstützung des QMs ist in den letzten Jahren im Quartier ein starkes Bildungsnetzwerk entwickelt worden. Die Bibliothek ist dafür ein unverzichtbarer Bestandteil und ein wichtiges Zentrum. Immer wieder haben verschiedene Bildungsprojekte erfolgreich mit ihr kooperiert. Dass diese Stadtteil-Bibliothek innerhalb eines QM Gebietes liegt, erweist sich als großer Vorteil: Dadurch war und ist es möglich, diesen Bildungseinrichtungen auch Mittel des Förderprogramms „Soziale Stadt“ zugute kommen zu lassen. So wurden im Jahr 2007 16.000 € vom Quartiersrat für die Einrichtung einer Interkulturellen Bibliothek bewilligt. Damit konnten Medien in arabischer, türkischer und russischer Sprache erworben werden. Und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Die Besucherzahlen stiegen seither um 50%!

Für die im Einzugsgebiet ansässigen Schulen bietet dieser Standort ein unverzichtbares Bildungsangebot. Die Fußläufigkeit ermöglicht es, Bibliothekbesuche in den Unterricht zu integrieren. Aber auch Kitas und Jugendeinrichtungen nutzen die Bibliothek, um Kinder und Jugendliche an Literatur heran zu führen. Nicht zuletzt für die Bewohner des Pallasseums ist sie ein wichtiger Bildungsort.

Doch genau dieser Bibliothek, die an diesem Standort auf eine über 100 Jahre lange Geschichte zurückblicken kann, droht nun die Schließung. Der noch amtierende Stadtrat Dieter Hapel hat gemeinsam mit dem Leiter der Bibliotheken Tempelhof-Schöneberg, Dr. Engelbrecht Boese, ein Bibliothekskonzept vorgelegt. Kern dieses Konzeptes ist, dass in dem Gebäude des ehemaligen Hertie-Kaufhauses am Kaiser-Wilhelm-Platz eine neue Mittelpunkt-Bibliothek entstehen soll. Das Gebäude der Theodor-Heuss-Bibliothek, der jetzigen Mittelpunktsbibliothek, gehört zwar dem Bezirk und verursacht keine Mietkosten. Es soll jedoch aufgegeben und verkauft werden.

Da jedoch das ehemalige Hertie-Kaufhaus bekanntlich nicht dem Bezirk gehört, werden für diese Immobilie dann im Jahr rund 450.000 € Mietzinsen fällig. Die kassiert dann der Spanische Bankenkonzern Santander, dem die Immobilie gehört. Und das verstehen sogar Menschen mit Rechenschwäche: Um diese Mietzahlungen realisieren zu können muss an anderer Stelle gespart werden. Und eines dieser Sparopfer ist eben die Gertrud-Kolmar-Bibliothek. So einfach ist das.

Es ist verständlich, dass diese Vorschläge bei den Menschen im Schöneberger Norden nicht gerade auf Begeisterung stoßen. Auf einem Sonderpräventionsrat zu diesem Thema am 27. 9. 2011 gab es reichlich Kritik. Eltern, Lehrer, Vertreter der Schulen und Kitas sowie Anwohner und Nachbarn versuchten dort, Herrn Hapel und Herrn Dr. Boese die herausragende Bedeutung dieser Bibliothek für die  Menschen im Gebiet verständlich zu machen. Wie es scheint vergebens: Über Möglichkeiten einer Weiterführung wollte Herr Hapel noch nicht einmal reden. Herr Dr. Boese verstieg sich in der Behauptung, es sei doch viel schöner, wenn eine Bibliothek nicht in einem Gebiet angesiedelt wäre, in dessen Umfeld es Spielhallen und Matratzengeschäfte gäbe. Viele der Besucher des Präventionsrates empfanden diese Bemerkung als eine Herabwürdigung ihres Kiezes.

Inzwischen regt sich Protest gegen diese Haltung. Und eins ist sicher – die Schulen, die Kitas und die Menschen im Gebiet werden „ihre Bibliothek“ nicht ohne Widerspruch preisgeben. Auf dem Sonderpräventionsrat wurde dem Stadtrat Hapel eine Unterschriftenliste für den Erhalt der Bibliothek überreicht, die von Frauen des Pallasseums in kurzer Zeit gesammelt worden war. Diese Unterschriftenaktion wird weiter geführt.

Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Auf einer gemeinsamen Sitzung der BVV-Ausschüsse für Bildung und des Hauptausschusses haben sich die Fraktionen der Grünen und der SPD ganz klar für den Erhalt der Gertrud-Kolmar-Bibliothek ausgesprochen.

Es bleibt abzuwarten, ob diesen positiven Bekundungen dann auch Taten folgen werden, wenn das Bezirksamt in neuer Zusammensetzung über das Bibliothekskonzept abstimmt.

Bertram von Boxberg für das Sprecherteam des Quartiersrats Schöneberger Norden

text: Bertram von Boxberg; fotos: Bahrs (1), QM (1)