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KKK KiezKunstKultur - Gespräche helfen doch

Die mobile Ausstellung zum Thema Prostitution bringt die Bewohner ins Gespräch.

Das Thema Straßenprostitution wird seit vielen Jahren im Gebiet rund um die Kurfürstenstraße mehr oder weniger heftig diskutiert. Doch in den letzten Jahren ist eine Veränderung zu bemerken. So fiel bei der Eröffnung der mobilen Ausstellung „Nachbarschaft und Prostitution“ auf, dass selbst einige der schärfsten Kritiker/innen nicht mehr unbedingt die Entfernung des Straßenstrichs aus dem Quartier fordern.

„Die Prostituierten werden ausgetauscht, wir bleiben hier wohnen und es wird immer schlimmer“, sagt eine Anwohnerin aus der Bülowstraße. „Ich bin nicht für eine Sperrzone, doch wir müssen zusammen eine Lösung finden.“

„Bei der gemeinsamen Suche nach Lösungen darf es keine Tabus und Denkverbote geben“, sagte Sibyll Klotz, die für das Quartiersmanagement zuständige Stadträtin. „Für einen Sperrbezirk gibt es derzeit nicht nur keine politische Mehrheit, sondern ich halte ihn auch nicht für wünschenswert und hilfreich. Doch darüber hinaus muss über alles, was zu einer Lösung beitragen kann, überlegt und diskutiert werden.“

Die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat, gab zu bedenken, dass Prostitution zu Großstädten dazugehöre und stimmte zu, dass auch sie und ihre Verwaltung sich bei der Diskussion und Lösungsfindung beteiligen werde.

Emine Demirbüken-Wegner, Staatssekretärin für Gesundheit in der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Berlin, unterstrich, dass negative Begleiterscheinungen der Straßenprostitution nicht zu tolerieren seien, doch dass kontinuierliche soziale Arbeit zu einer Deeskalation beigetragen hätte. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Gelder für soziale und gesundheitliche Behandlung der Frauen nicht gestrichen werden“, versprach sie.

Die bis Ende September auf den Gehwegen zu sehende Bürgerausstellung war ein neuer und gelungener Schritt, Gespräche anzuregen. Wo auch immer die Stellwände aufgebaut wurden, blieben Passant/innen stehen, Fahrradfahrer/innen stiegen ab, vertieften sich in die Texte und diskutierten Lösungsmöglichkeiten. Einige schrieben ihre Meinung in ein Gästebuch. Die zusammengekommenen Denkanstöße und Anregungen fließen in die weitere Arbeit ein.

Somit könnte die Ausstellung einen Beitrag zu vertiefter sozialer Verträglichkeit und Toleranz im Schöneberger Norden werden.

text: R. Wosnitza; foto: H.-J. Bahrs