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Domates, domates! - Gelungenes Lesefest in der Gertrud-Kolmar-Bibliothek (2013)

Die ganze Nacht sitzt die Mutter am Spinnrad, um drei Rollen Garn zu spinnen – mit denen geht das Mädchen dann am nächsten Tag auf den Basar, um sie zu verkaufen, der Magen knurrt und es gibt kein Brot mehr zuhause … Wild rufen die Händler durcheinander, und mit Einsatz riefen Kinder und Erwachsene beim „Orientalischen Lesefest für die ganze Familie“ am 19. Februar 2013 in der Stadtteilbücherei an der Pallasstraße mit: Tomaten gab´s da, herrlichen grünen Salat, Gurken und noch viel mehr …

Rund vierzig Besucherinnen und Besucher, jüngere ebenso wie ältere, waren der Einladung in die Gertrud-Kolmar-Bibliothek gefolgt. Auf Sitzkissen, Sofas, Stühlen, Hockern lauschten sie der Märchenerzählerin Marietta Rohrer-Ipekkaya: Die hatte sogar einen winzig kleinen Sultan mit im Gepäck! Sie verzauberte Kinder und Erwachsene teils zweisprachig auf Türkisch und Deutsch, bot Plastilin-“Teig“ in verschiedenen Geschmacksrichtungen an und brachte Menschen quer durch alle Altersstufen dazu, selbst geknetete Töpfchen im „Ofen“ aus zusammengelegten Händen zu backen.
Und immer noch gelten Dinge aus den Märchen wie eh und je: Verständnisvoll nickten die Kinder, als dem Mädchen aus der Erzählung nach einem Streit mit der Mutter der Schmerz im Herzen mindestens so weh tat wie der Hunger …

Einige der Besucherinnen und Besucher waren wohl zum ersten Mal in der Bücherei und erkundeten vor dem Märchen-Beginn noch etwas das Angebot. Andere waren gekommen, um wie gewohnt nur kurz Bücher abzugeben und neue auszuleihen - und blieben da, weil die Stimmung beim Lesefest sie in den Bann zog.

Gerade auch die auf Tischen ausgestellten Bücher und DVDs in allen möglichen Sprachen zogen Grüppchen an: In den vergangenen Wochen waren mit finanzieller Unterstützung übers Quartiersmanagement neue Medien für die Internationale Bibliothek angeschafft worden. Das blieb nicht lang verborgen - so hatte ein kleiner Junge sofort eine CD mit einem fliegenden Teppich darauf erspäht: „Baba, baba, gucke, machst du das bei uns in den Fernseher rein?!“

Klar, dass nach der wunderschön erzählten Geschichte der Hunger auf mehr geweckt war – und das war ja auch ein bisschen Sinn der Sache: Reinschnuppern in vielleicht noch unbekannte Gefilde zwischen Bücherregalen, Ausleihtresen und Lesesofa, Lust bekommen, selbst weiter zu schmökern, fremde Welten, Kulturen und Sprache entdecken auf Lern-CDs und zwischen Buchdeckeln …
Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Frau Rohrer-Ipekkaya und das Bücherei-Team um Frau Arndt für den gelungenen Nachmittag!

Und: Nein, wir verraten hier nicht, ob das Mädchen aus dem Märchen die Garnrollen noch verkauft und dafür Brot mit nachhause gebracht hat … Vielleicht fragt ihr ja einfach in der Bibliothek nach, wie die Geschichte ausgegangen ist.
Aber was wir garantiert verraten, ist, wenn es wieder mal so ein schönes Lesefest in unserer Bücherei gibt: Wir hoffen, dass das schon ganz bald ist, und versprechen, euch hier im Internet rechtzeitig Bescheid zu geben.

- Das Orientalische Lesefest für die ganze Familie wurde mit Mitteln aus dem Programm Soziale Stadt über das Quartiersmanagement Schöneberger Norden unterstützt.

text/fotos: Susanne Wolkenhauer