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KKK KiezKunstKultur - Serie Geschichtsorte: Das Fernmeldeamt Winterfeldtstraße
Im Schöneberger Norden gibt es mehr Sehenswürdigkeiten und Denkmäler als viele vielleicht vermuten würden. In dieser Ausgabe möchten wir Ihnen das Fernmeldeamt in der Winterfeldtstraße etwas näher vorstellen.
Beim Bau des Fernmeldeamtes in der Winterfeldtstraße 18-23 klotzten die Architekten Spalding und Kuhlow. Hinter dem 90 Meter langen, klinkerverblendeten Vordergebäude befinden sich unter anderem zwölf Säle. Alle sieben Meter hoch und manche so groß wie Tennisplätze.
Nach der Eröffnung am 18. Mai 1929 arbeiteten hier zeitweise bis zu 5.000 Menschen in der Vermittlung von Gesprächen und der Ansage von Zeit, Telefonnummer und anderen Diensten. Während der Olympiade 1936 wurden von hier ausländische Rundfunkreportagen gesendet. Die Sicherheit des Fernmeldedienstes war im Zweiten Weltkrieg so wichtig, dass ukrainische Zwangsarbeiter ab 1943 unter menschenverachtenden Bedingungen einen Schutzbunker für das Fernmeldeamt in der Pallasstraße errichten mussten.
Der Bunker wurde nie vollendet. Denn am 28. April 1945 traf die Rote Armee in Schöneberg ein und nutzte die drei Monate bis zur Übernahme der Amerikaner, um zwei Drittel der technischen Anlagen im Fernmeldeamt im Wert von 13 Millionen Mark zu demontieren.
Rasch wurde das Berliner Fernmeldewesen wieder instand gesetzt und bald führten alle Telefonleitungen aus Westberlin durch dieses Fernamt. Von 1946 bis 1948 sendete der „Drahtfunk im amerikanischen Sektor“ (DIAS – Vorläufer des RIAS) aus der Winterfeldtstraße. Die Westalliierten reservierten eine Etage für sich, zu der Mitarbeiter der damaligen westdeutschen Bundespost keinen Zutritt hatten.
Heute arbeiten von hier aus Fernmeldetechniker im Außendienst. Und sie warten die Computer, über die die Datenleitungen aller Schöneberger Haushalte laufen.
Ebenso ist dort seit Anfang 2010 eine Abteilung der Telekom Laboratories, ein Forschungs- und Entwicklungslabor, untergebracht.
Immer noch ist das Fernmeldeamt also eine wichtige Schnittstelle für die Kommunikation in Berlin!
Aus Sicherheitsgründen ist das Gebäude jedoch leider nicht öffentlich zugänglich.
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