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KKK - KiezKunstKultur ::: Serie Geschichtsorte: Der Hochbunker in der Pallasstraße
Im Schöneberger Norden gibt es mehr Sehenswürdigkeiten und Denkmäler als viele vielleicht vermuten würden. Mit dieser Ausgabe startend, möchten wir Ihnen jeweils eine Sehenswürdigkeit etwas näher vorstellen.
Wassilij Derewjanko kam im Herbst 1943 nicht freiwillig nach Berlin-Schöneberg. Der 16-jährige Junge wurde mit seiner Familie von den Nationalsozialisten aus Konstantinovka in der Ukraine hierher verschleppt. Seine Mutter Maria musste als Zwangsarbeiterin der Firma Holtzbrinck zwölf bis sechzehn Stunden auf der Baustelle des Hochbunker an der Pallasstraße arbeiten.
In den Bunker sollte die kriegswichtige Technik aus dem Fernmeldeamt in der Winterfeldstrasse verlagert werden. Die Arbeit der Zwangsarbeiter/innen war hart und gefährlich. Sie und ihre Familien waren den Luftangriffen ausgesetzt. Erst die Befreiung Berlins durch die Russen Ende April 1945 setzte ihrem Leid ein Ende.
Im Oktober 1994 waren Maria Derwjanko und ihr Sohn mutig genug, an den Ort ihres Leidens zurück zu kehren. Sie erzählten ihre Geschichte dem Geschichtslehrer Bodo Förster und den Schüler/innen der Sophie-Scholl-Schule. Daraus erwuchs nicht nur eine Freundschaft, sondern auch der Ort der Erinnerung, die Gedenktafeln und das blaue Band entlang der Pallasstraße.
Auf Initiative von Katharina Kaiser, der Leiterin des Kunstamtes Tempelhof-Schöneberg, war der Bunker im Herbst 2009 mehrere Wochen mit einer eindrucksvollen Ausstellung gegen Krieg und Gewalt geöffnet. Der Zuspruch und das Interesse aus der Nachbarschaft war enorm. Die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg möchte den Bunker nun unter Denkmalschutz stellen. Ein Faltblatt, dass im VorOrtBüro des Quartiermanagements ausliegt, beschreibt die Geschichte dieses monströsen Bauwerkes.
Nächste Ausgabe: Das Kammergericht am Kleistpark







