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Märchen-Erzählen-Lernen: Wenn aus einem Grundschüler ein sprachbegabtes Ein-Mann-Theater wird

Freunde der Erzählkunst: Kinder und Erwachsene haben Spaß beim Märchen-Erzählen-Lernen

Einer macht den Erzähler, auf der „Bühne“ stehen zwei Hasen und ein Löwe... Gut zwanzig Mitschülerinnen und Mitschüler verfolgen gemeinsam mit ihrer Lehrerin und einer Erzieherin gebannt, was da vorne vor sich geht – und das, obwohl alle das Märchen, dass da seinen Lauf nimmt, schon kennen.

Wie geht das denn?!
Na, ein bisschen besonders ist die Situation schon: Die Kinder gehören zu den etwa 80 jungen Teilnehmer/innen des Projekts „Märchen-Erzählen-Lernen“. Alle gehen sie in die Anfangsklassen der Neumark-Grundschule; und Alireza Zokaifar, von Beruf professioneller Geschichtenerzähler und Erzähl-Lehrer, bringt ihnen bei, dass zwischen „eben mal so nebenher erzählen“ und „mit Einsatz und richtig spannend erzählen“ ein ganz großer Unterschied besteht.

Wenn Erwachsene mit Herrn Zokaifar sprechen, fallen Worte wie „Rhetorik“, „Vortrag“, „Sprachgebrauch“, es ist auch die Rede von Schauspielkunst, Dramaturgie und vom Entdecken und Einsetzen von Fantasie und Kreativität. Das alles sei nämlich wichtig, damit die Zuhörer wirklich die Ohren spitzen und sich in den Bann einer Geschichte ziehen lassen, anstatt gähnend zu hoffen, dass der andere bald fertig ist.

Den Kindern ist das erst mal egal: Sie treffen sich klassenweise je zweimal die Woche in ihrer Schule oder auch in der Stadtteilbibliothek, die als Projektpartner quasi zur zweiten Spielstätte wird. Und sie finden die meist orientalischen Märchen, die ihnen Herr Zokaifar zeigt, einfach toll.
Nachdem sie sich eine Geschichte angehört haben, versuchen sie, sie nachzuerzählen: „Jedes Mal kommen ein-zwei neue Sachen mit dazu, weil die Erzählung ja jedes Mal von einem anderen Menschen mit anderen Bildern im Kopf verfasst wird“, beschreibt Zokaifar die Besonderheit dessen, was da vor sich geht. „Da stehen die Kinder in der alten Tradition der mündlichen Überlieferung, wie es sie seit Jahrtausenden gibt.“

An Fantasie mangelt es den Kleinen wahrhaftig nicht! Was sie aber – jeder darf mal ein paar Minuten vor die Klasse – immer besser hinbekommen, ist, sich mit Sprache auszudrücken und auch ihre schauspielerischen Talente mit einzubeziehen.
Sich auf diesem geschützten Feld auszuprobieren und die eigenen Fähigkeiten weiter zu entwickeln, sich so besser kennen zu lernen und das Gefühl zu bekommen „Hey, ich kann das!“: Das stärkt das Selbstbewusstsein, und dann traut man sich auch an andere schwierige Dinge besser ran...

„Es ist toll zu sehen, wie ein kleiner etwas moppeliger und eher schüchterner Kerl anfängt zu erzählen, was in seinem Kopf los ist, den ganzen Körper dabei einsetzt, immer mehr selber in die Geschichte hineinrutscht – da merkt man die Leidenschaft“, freut sich Alireza Zokaifar.

Im November haben die Kinder angefangen mit dem Märchen-Erzählen-Lernen, bis Mitte Januar  haben sie Zeit, eine gemeinsame Aufführung zu planen. Dann werden Eltern, Lehrer/innen, das ganze Publikum aus Großen und Kleinen staunen, wie die gespielten und erzählten Märchen jeweils zur ganz eigenen Geschichte geworden sind...

Wir wünschen weiter viel Spaß beim Erzählen-Lernen – und sind natürlich gespannt auf die Aufführung!


- Das Projekt "Märchen-Erzählen-Lernen" findet in Kooperation mit der Stadtteilbibliothek Schöneberger Norden statt und wird mit Mitteln aus dem Programm Soziale Stadt über das Quartiersmanagement Schöneberger Norden gefördert.

text: wolk; foto: Zokaifar