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Von Null auf 30 – das ist cool!
„LANGSAM“ - das Mädchen reißt die Arme hoch. Die Verkehrsteilnehmerin bremst nicht ab. Weiter ruft das Mädchen in blinkendem Rot: „LANGSAM, LANGSAM, LANGSAM!“
Dialog-Display heißen die Tafeln, die am Haupteingang der Spreewald - Grundschule in der Pallasstraße stehen. Die Anzeige blinkt rot, wenn Autos zu schnell fahren, und es blinkt ein grünes Danke, wenn sie sich an die Tempo-30-Vorschrift halten, die dort seit Ende August durchgängig zwischen Potsdamer und Gleditschstraße gilt.
Die Verkehrsberuhigung auf einer Haupstraße ist etwas Besonderes und ein großer Erfolg des Aktionsbündnisses „Verkehrssituation Pallasstraße“. Ende 2009 hatten dies Eltern der Spreewald-Grundschule gegründet, nachdem ein Schulkind bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt wurde. Sie bekamen Unterstützung durch den Präventionsrat und das Quartiersmanagement Schöneberger Norden. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg und der Senat konnte ebenfalls von ihrem Anliegen überzeugt werden .
Seit dem 21. August führte die Polizei 11 Verkehrskontrollen durch und erstellte bis zum 20. September 182 Bußgeldbescheide wegen Geschwindigkeitsverstößen, das sind 3,5 Prozent der Fahrzeuge, die insgesamt überprüft wurden. „Diese Zahl ist im Vergleich zum Berliner Durchschnitt (12 % im Bereich von 30km/h –Strecken) sehr gering,“ sagte der stellvertretende Pressesprecher dem Schöneberger Morgen.
„Es ist zu erkennen, dass sich die Verkehrsteilnehmer langsam an die neue Regelung gewöhnen,“ teilte auch das Büro des Bezirksdezernenten für Bürgerdienste, Ordnungsaufgaben, Natur und Umwelt schriftlich auf eine Anfrage des Schöneberger Morgens mit.
Aufzeichnungen des Dialog-Displays (Gesamtmenge des Fahrzeugverkehrs, Uhrzeiten und Auslösung des Display) sind noch nicht ausgewertet worden. Es gibt Überlegungen, die Displays, nun da es eine vollständige Tempo-30-Zone gibt, wieder abzubauen. Doch sie könnten zu gegebener Zeit wieder an die Pallasstraße versetzt werden.
Der Schöneberger Norden ist durchzogen von Hauptverkehrsstraßen und Sicherheitslücken gibt es daher noch viele. Das Parken in zweiter Reihe animiert Autofahrer/innen zu riskanten Überholmanövern. Fahrradfahrer/innen weichen häufig auf den Bürgersteig aus, da die schlechte Fahrbahndecke und die überhöhten Geschwindigkeiten Radfahren auf der Potsdamer Straße gefährlich macht.
Hier ist Besserung in Sicht. 2011 wird die Wirtschaftsspur ?? auf der Potsdamer Straße, auf der sich gegenwärtig noch Lastwagen, PKWs, Busse tummeln, in einen Bussonderfahrstreifen umgewandelt, der auch für Radfahrer/innen freigegeben ist.
Ob sich auch der Traum einiger Anwohner/innen von einer Weiterführung der Straßenbahnlinien bis nach Steglitz verwirklichen wird? Straßenbahnen sind um einiges leiser als Busse, entschleunigen den Autoverkehr und verursachen weniger Schadstoffe wie CO2, Ruß und Feinstaub. Zusätzlich haben sie eine positive Wirkung auf den Einzelhandel und das Straßenbild.
Bei der Senatsverwaltung ist dies übrigens kein Traum mehr, sondern bereits ein, zugegebenermaßen aber langfristiger, Plan.







