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KKK KiezKunstKultur - Serie Geschichtsorte: Die Yorckbrücken

Frisch saniert! Die besonderen Details der Yorckbrücken bleiben im Alltag oft im Verborgenen.

Im Schöneberger Norden gibt es mehr Sehenswürdigkeiten und Denkmäler als viele vielleicht vermuten. In dieser Ausgabe möchten wir Ihnen die Yorckbrücken etwas näher vorstellen.

Über die Yorckbrücken rattern die Züge und S-Bahnen. Unter den Yorckbrücken möchte jeder so schnell wie möglich hindurch, ob mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß. Doch es lohnt sich, das Tempo zu verlangsamen. Denn sonst bleibt einem der Reichtum dieses verkehrstechnischen Baudenkmals, das die Entwicklung der Brückenbautechnik zwischen 1875 und 1939 dokumentiert, verborgen.

Jahrzehntelange Kontroversen zwischen Stadtplanern und vier privatwirtschaftlich agierenden Eisenbahnunternehmen waren dem Baubeginn vorausgegangen. Aufgrund der vielen Beteiligten im Bauverfahren gab es unterschiedliche technische und gestalterische Ausführungen: Blechträgerbrücken auf den für die Gründerzeit typischen gusseisernen Säulen, portalartig vernietete Stützen aus Walzstahlprofilen, Pendelstützen, Säulen mit Kannelüren, Schmuckringe in Säulenmitte und mit Voluten versehene Kapitelle.

Ursprünglich kreuzten über 40 Brücken die Yorckstraße. Von ihnen stehen nur noch wenige, denn der stets wachsende Verkehr und die erhöhten Lasten forderten Umbauten, Verschiebungen, Erweiterungen und Ersatz. Die älteste der heute noch zu betrachtenden 26 Brücken, die vor 1935 erbaut wurden, war 1875 fertig. Insgesamt überspannen sie einen rund 500 Meter langen Abschnitt der Yorckstraße in Schöneberg und Kreuzberg.

Im Sommer 2006 wurde die viergleisige elektrifizierte Strecke des Fern- und Regionalverkehrs eröffnet. Nun steht anstelle einer alten Blechträgerbrücke eine stützenlose Brücke in Stahl-Stahlbeton-Verbundbauweise.

Mitte August 2012 setzte die Deutsche Bahn östlich der Bautzener Straße die erste denkmalgerecht erneuerte Brücke Nr. 5 ein. Fünf weitere sollen in den nächsten Jahren saniert werden. Im Herbst 2012 erstrahlte Brücke Nr. 5 in neuem Glanz als eine von sieben Brücken, die im Rahmen eines Lichtkonzeptes als erstes beleuchtet werden sollen.

Dass die Brücken überhaupt noch stehen, ist ein Erfolg des Denkmalschutzes von 1993, denn er verhinderte, dass die Deutsche Bahn 13 Brücken abreißen konnte, um Kosten für Instandhaltung und Verkehrssicherung zu sparen.

text: R. Wosnitza; foto: H.-J. Bahrs