6. Kiezgespräch im KulmerKiez am 12. Juni 2018 zu Drogenhandel und -konsum

Am 12. Juni 2018 wird im Treff 62 in der Katzlerstraße 6 von 18.00 bis 19.30 Uhr das 6. Kiezgespräch zum Thema „Drogenhandel und –konsum im Kulmer Kiez“ stattfinden. Alle Anwohner/innen, Akteure und Gewerbetreibende rund um den U-Bahnhof Yorckstraße sind herzlich zu einem Austausch zu dem Thema eingeladen. An dem Kiezgespräch werden auch wieder Vertreter/innen des Bezirksamtes, der Polizei, von Einrichtungen aus dem Kiez und von freien Trägern teilnehmen.

Bei der Neueröffnung des Katzlerplatzes im Jahr 2002

Projekt "Grüne Tore"

Winterkiezfest 2016

Graffiti gegen Drogen im Kiez

Am 12. Juni 2018 wird im Treff 62 in der Katzlerstraße 6 von 18.00 bis 19.30 Uhr das 6. Kiezgespräch zum Thema „Drogenhandel und -konsum im KulmerKiez“ stattfinden. Alle Anwohner/innen, Akteure und Gewerbetreibende rund um den U-Bahnhof Yorckstraße sind herzlich zu einem Austausch zu dem Thema eingeladen. An dem Kiezgespräch werden auch wieder Vertreter/innen des Bezirksamtes, der Polizei, von Einrichtungen aus dem Kiez und von freien Trägern teilnehmen.

2016 war die Situation kaum noch zu ertragen

Seit 2016 belastet der zunehmende Handel und Konsum von harten Drogen die Nachbarschaft rund um den U-Bahnhof Yorckstraße - und er breitet sich immer weiter im Schöneberger Norden aus. Dies hat zu einer starken Verunsicherung der Anwohner/innen geführt, die auch mit Angst und Wut auf diese Entwicklung reagierten.

Deshalb hat das Quartiersmanagement Schöneberger Norden gemeinsam mit dem Treff 62 im April 2017 zum ersten Kiezgespräch in die Katzlerstraße 6 eingeladen. Mittlerweile haben 5 Kiezgespräche stattgefunden.

Für die Bewohner/innen und Akteure im Gebiet war von Anfang an klar, dass sie ihre Straßen und die öffentlichen Räume nicht aufgeben werden. Sie wollen sich aktiv, kreativ und friedlich gegen Drogen und Gewalt in ihrer Nachbarschaft wenden. Hier leben alle gerne und dies soll auch so bleiben.

Mit den Kiezgesprächen kam Bewegung in die Sache

Mit Hilfe der Kiezgespräche wurde Anfang 2017 das Gespräch mit den Bewohner/innen aufgenommen - und es konnten Akteure einbezogen werden. So wurden Vernetzung und ein gemeinsames Nachdenken möglich, ohne die Situation öffentlich zu skandalisieren. Die Probleme wurden öffentlich diskutiert, es wurden Lösungen gesucht und es wurde aktiv gehandelt.

Mittlerweile wird an Lösungen gearbeitet

Auf diesem Weg gelang es, den Profis die schwierige Situation vor Ort deutlich zu machen und es wurden - auch in Reaktion auf die große Unzufriedenheit der Anwohner/innen - einige positive Entwicklungen in Gang gesetzt:

  • Im Mai 2017 erarbeiteten Anwohner/innen einen Informationsflyer "Drogenhandel im Kiez - an wen kann ich mich wenden" für die Nachbarschaft (z.B. erhältlich beim Quartiersmanagement und im Treff 62).

  • Das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg konnte im Dezember 2017 gemeinsam mit dem Träger outreach gGmbH ein Präventionsteam von 3 Straßensozialarbeiter/innen zum Einsatz bringen, dass seitdem die Situation beobachtet, für die Menschen ansprechbar ist und Aktivitäten vor Ort unterstützt.

  • Am 12. Dezember 2017 fand eine öffentliche Kehrenbürgeraktion in Kooperation mit der BSR auf dem Platz Katzler- / Ecke Yorckstraße statt.

  • Am 16. Dezember 2017 fand das gemeinsame Winterkiezfest als „Kiez-Aktion gegen Gewalt und Drogen“ statt. Ziel war die öffentlich sichtbare Rückeroberung des Platzes an der Ecke Katzler- / Yorckstraß durch die Anwohner/innen und der friedliche, kreative und bunte Protest gegen dessen Verwahrlosung.

  • Die Berliner Polizei hat ihre Aktivitäten im und um den U-Bahnhof Yorckstraße deutlich intensiviert.

  • Die Sicherheitsdienste der BVG und der DB sind mittlerweile ebenfalls intensiver im Einsatz.

  • Die Werkstatt des notdienstes hat ihre Einsätze zum Einsammeln von Spritzen an hochbelasteten Orten im Quartier deutlich ausgeweitet.

  • Die Suchthilfekoordinatorin des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg arbeitet im Netzwerk an einem Konzept zur Aufstellung von Spritzenabwurfbehältern in dem belasteten Bereich. Sie sondiert zusätzliche Möglichkeiten, damit mit den Drogenabhängigen vor Ort präventiv gearbeitet werden kann. Und sie bezieht ihre Kollegin aus dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg in die Bemühungen im Schöneberger Norden mit ein.

Die Herausforderung bleibt bestehen

Damit sind viele positive Ansätze gefunden worden. Sie haben bis jetzt jedoch noch nicht zu einer grundlegenden Verbesserung der Situation geführt haben. Die Szene ist immer noch da. Deshalb wollen Alle weiter dran bleiben, die Bewohner/innen und die Profis. Und deshalb gibt es auch ein nächstes Kiezgespräch.

 

text: Peter Pulm (Team-QM); fotos: QM