Musik zwischen Orient und Okzident - Konzert am 18. November 2018

Musik zwischen Orient und Okzident: Interreligiöse und interkulturelle Wanderungsbewegungen zwischen Ost und West zeigt Concerto Foscari am 18. November 2018 unter Leitung von Alon Sariel (OPUS KLASSIK Preisträger 2018) im Konzert in der Berliner Apostel-Paulus-Kirche.

Concerto Foscari (Foto: Marc Rodenberg)

Erst kürzlich wurde das Ensemble Concerto Foscari unter Leitung von Alon Sariel mit dem bedeutenden Preis für klassische Musik, dem OPUS KLASSIK ausgezeichnet. Am 18. November 2018, um 18 Uhr gastiert die internationale Musikformation mit einem Konzert in Berlin-Schöneberg und geht mit ihrem Konzept, interreligiöse und interkulturelle Wanderungsbewegungen musikalisch nachzuzeichnen, völlig neue Wege. 

Das Ensemble folgt im Konzert unter dem Titel „Symphonie pour David“ den Spuren des Genfer Psalters, der im 16. Jahrhundert entstand und von Europa aus in die Musiktradition des Osmanischen Reiches einwanderte. Ursprünglich wurde der Psalter für die gottesdienstliche Praxis reformierter Gottesdienste komponiert. Aufgenommen hat diese Musik der Komponist Alī Ufuḳī, der aus Osteuropa kam und am Hof des Sultans in Konstantinopel Teile des Genfer Psalters ins Türkische übersetzte. Musikalisch übertrug er ihn in das östliche Tonsystem mit Halb- und Dritteltönen und verknüpfte dadurch die östliche Musik mit der europäischen Choraltradition.

„Anlass für dieses herausragende Konzert sind die aktuellen Diskussionen über kulturelle Identitäten. Wir zeigen an einem historischen Beispiel den immerwährenden kulturellen Austausch über geografische, politische oder religiöse Grenzen hinweg. Die Verknüpfungen in der Geschichte und Kunst können uns helfen, gegenwärtige Wandlungsprozesse zu verstehen“, sagt Superintendent Michael Raddatz.

Gemeinsam veranstalten die Alhambra Gesellschaft und der Ev. Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg dieses Konzert. Sie wollen damit einen Beitrag zu einem vertieften interreligiösen und interkulturellen Dialog leisten. „Die Musik zeigt kulturelle Aneignungsprozesse in Geschichte und Gegenwart auf, in denen unterschiedliche Traditionen so aufgenommen und verändert werden, dass daraus etwas Neues entsteht“, sagt Dr. Aydın Süer, Vorstand der Alhambra Gesellschaft. Das zeigt sich übrigens auch ganz praktisch: Mitten im Musizieren wechseln die Musikerinnen und Musiker mühelos zwischen Instrumenten aus der östlichen wie der westlichen Welt und begeistern generationsübergreifend mit dem Konzept, Alte Musik für die aktuellen Fragen von kulturellen Transformationen neu zu erfinden.

Das Konzert ist kostenfrei. Um Spenden wird nach dem Konzert gebeten.

Sonntag, 18. November 2018, 18.00 Uhr
Symphonie pour David. Auf den Spuren des Genfer Psalters von Europa bis in das Osmanische Reich.
Mit Werken von u.a. Jan Pieterszoon Sweelinck, Jacob van Eyck und ‘Alī Ufuḳī.
Veranstaltungsort: Apostel-Paulus-Kirche,

Akazien-/Ecke  Grunewaldstraße, 10823 Berlin-Schöneberg
(U-Bahnhof Eisenacher Straße)